„Wert der Arbeit“ – Workshop-Tag des Weltladens

Datum:            Samstag, 23.9.2017

Zeit:                 10.00 bis 20.00 Uhr

Ort:                 Friedrich-Spee-Haus, Edith-Stein-Platz 7, 67346 Speyer

 

Der Wert der Arbeit  – Veränderte Bedingungen, neue Möglichkeiten

Der Wandel von Arbeitsbedingungen und Erwerbsmöglichkeiten hat die Einstellungen zur Arbeitswelt verändert. Welchen Wert hat Arbeit heute? Wie haben sich Arbeitszufriedenheit und Berufsperspektiven verändert? Ist die Erwerbstätigkeit nach wie vor der Mittelpunkt des Lebens?

Diese und andere Fragen möchten wir gerne in 4 verschiedenen Workshops mit ihnen diskutieren. Wir möchten über neue Formen der Arbeit informieren und mit ihnen die Zukunft neu denken.

Die einzelnen Workshops sind:

  1. – Gemeinwohlökonomie / Gemeinwohlbilanz – Beispiele aus der Praxis
  2. – Bedingungsloses Grundeinkommen – was sagen die Machbarkeitsstudien?
  3. – Fair zu Mensch und Umwelt – Solidarische Landwirtschaft
  4. – Wie funktioniert der Welthandel? Planspiel „Geflügelexporte nach Ghana“

 

Tagesablauf:

10:00 bis 10:30 Uhr               Kaffee und Begrüßung

10:30 bis  13.00 Uhr               Gesprächskreise / Workshops (Teil 1)

13:00 bis 14:00 Uhr                Imbiss / Mittagessen

14:00 bis 16:00 Uhr                Gesprächskreise / Workshops (Teil 2)

16:00 bis 16:30 Uhr                Kaffeepause

16:30 bis 17:30 Uhr                Plenum / Zusammenfassung der Ergebnisse aller Workshops

ab 17:30                                 Ausklang – Austausch – Gespräche – Musik

 

  1. Gemeinwohlökonomie / Gemeinwohlbilanz – Beispiele aus der Praxis

Die Gemeinwohl-Bilanz misst Erfolg nach neuen Maßstäben:
Nicht der Finanzgewinn ist das Ziel, sondern die Mehrung des Gemeinwohls.

Der individuelle Beitrag zum Gemeinwohl wird auf Basis der Gemeinwohl-Matrix definiert und bewertbar gemacht. Das ermöglicht die systematische Betrachtung aller Aktivitäten aus einer 360°-Perspektive und schärft den Blick für das Wesentliche:

  • Was für Auswirkungen haben wirtschaftliche Aktivitäten auf die allgemeine Lebensqualität, heute und morgen?
  • Wird die Menschenwürde geachtet?
  • Wird soziale Gerechtigkeit gefördert?
  • Wird ökologische Nachhaltigkeit sichergestellt?
  • Wie transparent, solidarisch und demokratisch werden unternehmerische Ziele erreicht?

Dabei werden Punkte nur für solche Aktivitäten vergeben, die über die Erfüllung des gesetzlichen Mindeststandards hinausgehen.

Herr Treiber von der Sonnendruck GmbH befasst sich seit 2013 aktiv mit der Bewegung der Gemeinwohl-Ökonomie. Ideale sind hier wichtiger als das Streben nach Rendite.
Bereits zum zweiten Mal hat die Druckerei  eine Gemeinwohl-Bilanz erstellt und sich auditieren lassen. Was das genau bedeutet und wie dadurch das Unternehmertum lebt, beschreiben die Bilanzberichte sehr transparent.

Darüber werden Interessierte informiert und anhand konkreter Beispiele die Vorteile dieses Verfahrens verdeutlicht.

 

  1. Bedingungsloses Grundeinkommen – was sagen die Machbarkeitsstudien?

Welche emotionale und soziale Bedeutung ist mit dem Wert der Arbeit verbunden? Wieso wehren sich so viele gegen ein „Ende der Arbeit“? Ist es wirtschaftlich und psychologisch fundiert? Stürzt unsere Welt ein, wenn Menschen zur Arbeit nicht mehr gezwungen sind? Wir werden diese Fragestellungen in Zusammenhang mit der Idee des Grundeinkommens bringen. Erkenntnisse aus BGE-Experimente geben dabei eine erste Einsicht über die wirtschaftliche Machbarkeit aber auch über mögliche Konsequenzen auf unser Verhalten und unserem Alltag.

Nicolas Cuissot-Lecoeuche, 29 und derzeit Sprachlehrer, ist Absolvent eines deutsch-französischen Wirtschaftsstudiums. Auf Anfrage der Region „Nouvelle-Aquitaine“, die ein Grundeinkommen-Experiment plant, verfasste er ein Exposé mit dem Ziel wirtschaftliche und sozialpsychologische Effekte eines Grundeinkommens zu verbinden und zu bemessen. Seitdem ist er auch Mitglied der Expertengruppe, die von der Region für das Experiment gegründet wurde.

 

  1. Fair zu Mensch und Umwelt – Solidarische Landwirtschaft

In diesem Workshop lernen die TeilnehmerInnen nicht nur die tragenden Ideen der Solidarischen Landwirtschaft (kurz Solawi) kennen, sie erhalten auch praxisnahen Einblick in deren Umsetzung.

  • Sie besuchen eine Solawi, können mit Anbauer und Solawi-Aktiven vor Ort sprechen
  • Vertreter mehrerer Solawis in der Region stellen ihre verschiedenen Umsetzungsformen des Konzepts vor und stehen authentisch Rede und Antwort.

Den Hintergrund dieses Workshops bilden die Fragen:

  • Wer bestimmt darüber was wir essen?
  • Welche Landwirtschaft wünschen wir uns?
  • Brauchen wir einen sozialen und ökologischen Wandel in der Landwirtschaft?
  • Was können wir persönlich zu einer Ernährungswende beitragen?

 

  1. Wie funktioniert der Welthandel? Planspiel „Geflügelexporte nach Ghana“
  • Seit Jahren gibt es Kritik an den billigen Hähnchenfleisch-Exporten der EU nach Afrika. In der Regel sind das Reste aus der heimischen Produktion, die bei den europäischen Kunden, die am liebsten mageres Brustfleisch mögen, nicht so gut ankommen. Die Folge der besonderen Vorliebe der Europäer ist nicht nur, dass Zuchthühner heutzutage oft bizarre Proportionen aufweisen – mit imposanten Brüsten und mageren Beinen – sondern auch, dass große Mengen völlig einwandfreier Hähnchenschenkel in Europa quasi unverkäuflich sind. Gewiefte Händler suchen andere Abnehmer und finden sie in Afrika. Das Problem: Europas Reste werden dort so billig verkauft, dass die einheimischen Bauern nicht mehr mithalten können und pleitegehen. Das wird schon lange kritisiert. Dennoch haben sich die Exporte von Hähnchenfleisch aus der EU in afrikanische Länder seit 2009 fast verdreifacht.

Die Teilnehmer*innen können bei diesem Planspiel die Macht und die Ohnmacht der am Handel beteiligten Akteure erfahren und einschätzen. Durch das Rollenspiel reflektieren die Mitspieler*innen unterschiedliche Motivationen und Handlungsmöglichkeiten, die durch Lebensumstände, Machtverteilung und Abhängigkeiten entstehen.

Das Rollenspiel ist für 10 – 20 Teilnehmer*innen ausgelegt. Zunächst werden für den Ablauf notwendige Informationen gegeben, anschließend werden die Rollen verteilt und es wird eine internationale Handelskonferenz nachgestellt. In der Reflexion können Forderungen für einen gerechten Handel formuliert werden.

 

Der Beitrag für Teilnehmer*innen beträgt 10,-€. Die Anmeldung ist verbindlich. In dem Betrag sind ein Mittagessen, sowie Kaffe und alkoholfreie Getränke enthalten.

Anmeldung ist im Weltladen Speyer möglich oder unter weltladen-speyer@gmx.de

Bei Fragen wenden sie sich bitte an Cordula Hamburger Tel: 0176 43378853 ab 18.00 Uhr