Segel-Kaffee

Foto: Andreas Brey

Gesegelter Fair Trade Bio Kaffee aus Nicaragua

Mit dem Segelkaffee setzen wir ein Zeichen für mehr Klimaschutz und ein Umdenken beim globalen Warentransport. Fair gehandelt, biologische angebaut und gesegelt!

Foto: Andreas Brey

Ein Kaffee auf großer Fahrt

In der Regel ist der Transport fair gehandelter Produkte gebunden an große Containerschiffe, mit denen die fairen Waren ihren Weg aus Asien, Afrika oder Latein- und Südamerika in die großen europäischen Häfen wie den Hamburger Hafen bringen. Die Containerschifffahrt ist ein schwieriges Nadelöhr für den Fairen Handel, denn bislang ist es für diesen noch nicht möglich mit einer Reederei zu verschiffen, die sich auch dazu bekennt nach den Kriterien des Fairen Handels zu arbeiten. Einen umweltfreundlicheren Weg gibt es für uns derzeit nicht.

Mit gehissten Segel für den Klimaschutz: Mission Zero

Deshalb haben die Kaffee-Säcke, die in diesem Jahr mit dem Segelfrachter transportiert werden, eine große Bedeutung. „Wir haben eine klare  Botschaft“, sagt Initiator und Kapitän Cornelius Bockermann. „Wir weisen auf die Missstände in der Welthandelsflotte hin und zeigen, dass Waren sauber und emissionsfrei über den Seeweg transportiert werden können.“ Auf ihrer Karibiktour von Elsfleth Land aus ist der Segelfrachter Avontuur nun seit Oktober 2018 unterwegs gewesen.

Wer bekommt eigentlich was?

Der Café Orgánico ist eine Mischung hochwertiger Bio-Arabica-Bohnen – 1986 der erste fair gehandelte Bio-Kaffee auf dem deutschen Markt und inzwischen ein Klassiker. Heute steht er für eine nachhaltige Zukunft für Menschen weltweit: #FairCoffeeNow!

Foto: GEPA

100% = 4,79 €

24% = 1,15€ Handelspartner (Kleinbauern-Organisationen aus verschiedenen Ländern Mittel- und Südamerikas)

8% = 0,36 € Import + Verarbeitung (Fracht, Lager, Rösten, Verpacken)

18% = 0,87 € Steuern + Lizenzen (Kaffeesteuer, MwSt., Grüner Punkt)

25% = 1,19 € GEPA (Vertrieb, Personal, Raum)

25 % = 1,22 € Groß- und Einzelhandel (Weltläden, Lebensmittel-, Bio-, Naturkost- und Großhandel)

Was kommt beim Bauern an?

Der Rohkaffee für diese hochwertige Bio-Arabica-Mischung kommt von Kleinbauern-Kooperativen aus Mexiko, Peru und Honduras. Mindestens genauso wichtig wie die Zahlung eines fairen Preises sind die weiteren Vorteile für die Kleinbäuer*innen, die in einer Genossenschaft organisiert sind und über den Fairen Handel vermarkten können. Unser Beispiel zeigt, wie die Kooperative NorAndino (Peru) das Geld einsetzt, das die GEPA für den fairen Bio-Kaffee bezahlt.

US $ 190,- für 100 amerikanische Pfund, ca. 45,36 kg

66% = US$ 125,- Auszahlung an die Bäuer*innen

10% = US $ 20,- Investitionen in Gemeinschaftsprojekte aus der Fairtrade-Prämie

24% = US $ 45,- Weitere Ausgaben der Genossenschaf (z. B. Personalkosten, Zinsen, Zertifizierungskosten, Kosten für die Aufbereitung des Rohkaffees, Kundenbesuche und Kundenpflege zur Erschließung neuer Märkte)

Für welche Gemeinschaftsprojekte wurde die Fairtrade-Prämie verwendet?

Maßnahmen zur Steigerung der Produktivität

+ Kauf von Bio-Düngemitteln für die Kaffeepflanzen

+ Technische Beratung für die Bauern beim Bio-Anbau

+ Errichtung von Baumschulen

Verbesserung der Qualität

+ Erneuerung der Fermentationstanks – eine fachgerechte Fermentation ist wichtig für die Qualität des Kaffees

+ Anschaffung von Solartrocknern: So wird dem Kaffee nachhaltig die Restfeuchte entzogen

+ Renovierung der Sammelstelle: Erneuerung des Daches und des Bodens

Kreditvergabe an die Kleinbauern

+ NorAndino hat eine Kredit- und Spargenossenschaft gegründet, dadurch werden die Mitglieder mit Micro-Krediten versorgt, die sie u.a. zur Finanzierung von Gerätschaften für die Kaffee-Ernte oder für die Pflege der Kaffeeparzellen verwenden

Weitere Projekte

+ Die Mitglieder der Genossenschaft bekommen Beihilfe im Todesfall eines Familienmitglieds

+ Ausbildungsmöglichkeiten für die Kinder der Kaffeebauern, z.B. in der technischen Beratung, der Buchhaltung oder der Kaffeeverkostung

+ Die Genossenschaft bietet den Mitgliedern kostenfreien Transport zu den Generalversammlungen, sorgt während der Versammlungen für das leibliche Wohl und erstellt Infomaterialien für die Bauern

Weitere Infos: www.gepa.de/norandino

Was bezahlen wir für den Rohkaffee?

Mindestens genauso wichtig wie die Zahlung eines fairen Preises sind die sozialen und nachhaltigen Gemeinschaftsprojekte der Genossenschaft, die den Kaffeebäuer*innen und ihren Familien ganz besonders zu Gute kommen.

Weltmarktpreis

US$ 101,- Für 100 amerik. Pfund, 45,36 kg (Durchschnittswert der Weltmarktpreise aus 2019)

GEPA-Preis

Die Zusatzleistungen der GEPA gehen weit über den Einkaufspreis hinaus. US $ 190,-

Für 100 amerik. Pfund, 45,36 kg Ergeben sich aus:

US $ 140 Fairtrade-Mindestpreis

+ US $ 20,- Fairtrade-Prämie

+ US $ 30,- Bio-Prämie

Mehr als nur ein fairer Preis!

Pionier und Wegbereiter:

Die GEPA ist ein verlässlicher Partner und trägt bei vielen Partnern wie NorAndino dazu bei, dass sie sich zu starken Genossenschaften entwickeln konnten.

Qualität:

Die GEPA finanziert und organisiert Fortbildungen zum Qualitätsmanagement. Beratung und Entwicklung:

Die GEPA vermittelt und finanziert Experten, die beispielsweise beim Bio-Anbau beraten oder technische Unterstützung bei der Anpassung an den Klimawandel leisten.

Klimaschutz:

Gerechtigkeit und Klimaschutz gehören für uns zusammen. Wir unterstützen unsere Partner dabei, die Folgen des Klimawandels abzumildern. www.gepa.de/Klimaschutz

Keine Koppelgeschäfte:

Die GEPA betreibt keine Koppelgeschäfte. Immer wieder kommt es vor, dass große Kaffee-Importeure bei Kleinbauerngenossenschaften nur dann fair gehandelten Kaffee kaufen, wenn diese ihnen gleichzeitig auch Kaffee zu konventionellen Bedingungen, oft sogar deutlich unter Weltmarktpreis, verkaufen. Das Überleben kleiner Genossenschaften wird so in Frage gestellt .

Quelle GEPA: https://www.gepa.de/fileadmin/user_upload/Info/Produktinfo/Musterkalkulation/Musterkalkulation-Kaffee_2020-02_4c.pdf