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Wie man vom Weltladen zum Straßenkinderprojekt Manda in Madagaskar gelangt

Zu den beliebtesten und originellsten Produkten im Weltladen zählen die detailgetreuen kleinen Automodelle, gekonnt und mit Witz aus alten Blechdosen gefertigt. Sie kommen aus Madagaskar und über sie führt die Spur zum Straßenkinderprojekt Manda in Antananarivo. Denn die Importorganisation der kleinen Autos ist über ihren Inhaber Uwe Marschall eng mit Manda verknüpft:

Das Projekt entstand aus dem sehr persönlichen Engagement eines Touristen, der 1991 die Große Insel bereiste, um ihre wunderbaren Naturschätze kennen zu lernen. Aber er entdeckte auch die Armut dort und das Elend der Straßenkinder, um die niemand sich kümmerte. Uwe Marschall war der Tourist und er blieb sechs Jahre in Madagaskar. Seinen Beruf als Tontechniker gab er auf. Er lernte Malagasy, baute als Streetworker Kontakt und Vertrauen zu Straßenkindern auf. Er sammelte ein engagiertes Team einheimischer Mitarbeiter und organisierte gemeinsam mit ihnen ein Sozialprojekt, das den Kindern hygienische und medizinische Grundversorgung, warme Mahlzeiten und Unterricht zur Alphabetisierung bot, vor allem aber bot es den Kindern einen Schutzraum mit respektvoller und liebevoller Atmosphäre.

In Deutschland bildete sich parallel ein Förderverein, Zazafaly e.V., der bis heute die wesentliche Finanzierung des Projekts trägt. Seit 1999 ist das Projekt als ONG in der Leitung eines madagassischen Teams. Es heißt Manda, das bedeutet "schützende Burg" und leistet hervorragende Arbeit, die 2006 auch von der Gattin unseres Bundespräsidenten, Frau Köhler, gewürdigt wurde. Neben dem Sozialprojekt, das mittlerweile 150 Kinder betreut, sind drei Ausbildungsprojekte für Jugendliche über 16J. entstanden. Nähen und Weben für Mädchen, Holzwerkstatt für Jungs und ganz neu ein Tourismusprojekt, das 18 junge Menschen zu Guides ausbildet. Die Familienarbeit spielt bei Manda eine große Rolle. Oft gelingt es, mit organisatorischer Unterstützung (Dokumente besorgen) und materieller Hilfe (Lebensmittel oder Mikrokredite) Kinder in die staatliche Regelschule zu führen und in der Familie zu reintegrieren. 300 Kinder und Jugendliche werden von Manda inzwischen erreicht. Eine Mitarbeiterin des Weltladens konnte das Projekt in Madagaskar besuchen. Ihr Bericht hatte das Ladenteam sofort davon überzeugt, Manda zu unterstützen. Mit Bildern aus dem Projekt und kleinen Filmbeiträgen konnten Besucher des Weltladens am 8.November einen näheren Einblick gewinnen.
Aktuelle Informationen gibt es auf den Internetseiten des Fördervereins Zaza-Faly www.zaza-faly.de

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